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Mauretanien
Angehörige der Europäischen Union brauchen für die Einreise nach Mauretanien einen gültigen Reisepass, der bei der Einreise noch sechs Monate gültig sein muss. Für Kinder wird ein Kinderreisepass mit einem Lichtbild benötigt. Dazu wird ein Visum verlangt, das bereits zu Hause beantragt werden muss. Eine Ausstellung ist auch in Rabat, aber nicht mehr an der Grenze oder am Flughafen möglich.
Seit 2009 sollte die Einladung eines Mauretaniers dem Visumsantrag beigefügt werden. Nur mit dieser Einladung kann die Sicherheit im Land erhöht werden. Dieser Einladende muss dann immer über die Schritte informiert sein. Bei Reisenden ohne Einladung kam es schon vor, dass sie von der Polizei nach Sonnenuntergang gestoppt wurden und ihre Reise erst am Morgen fortsetzen durften. Eine Einladung kann hier ganz einfach per Email besorgt werden:
Idoumou Abderrahmane, Desert Mauritanie, Tel. 00222 4644 2421, www.desertmauritanie.com, Email
Ein Visum für Mauretanien ist erhältlich bei:
Botschaft von Mauretanien
Konsularabteilung (auch für Österreich zuständig)
Kommandantenstraße 80
10117 Berlin
Tel. 030 - 20 65 883, Fax 030 - 20 67 47 50
ambarim.visa@gmx.de
Montag bis Donnerstag 9 - 15 Uhr, Freitag 9 - 13 Uhr
Die Ausstellung in Deutschland dauert etwa 10 Tage, die Kosten betragen für 1 - 3 Monate 93,75 Euro. Einzusenden ist das Antragsformular und ein Passbild. Es bestehen keine Beschränkungen bezüglich der Einreise- und Ausreiseorte.
Schweiz:
Mission permanente de Mauritanie
46 Avenue Blanc
1202 Genève
Tel. +41 22 906 18 40, Fax +41 22 906 18 41
Visumserteilung in Marokko
Das Visum ist bei der mauretanischen Botschaft in Rabat erhältlich.
Mauretanische Botschaft, 6 Rue Thami Lamdouar, B.P. 207 Souissi, Rabat, N33 58.859, W06 49.785, Tel. 0537 - 65 66 78, Fax 0537 - 65 66 80, Ambassadeur@Mauritanie.org.ma. Die Botschaft liegt mitten im Botschaftsviertel, die Botschaften für Mali und Elfenbeinküste sind in der gleichen Straße, ca. 200 m weiter. Ausschilderung folgen für l'ambassade de la Côte d'Ivoire.
Visumsanträge werden nur vormittags von 9 bis 11 Uhr angenommen. Man bekommt den Pass mit dem eingestempelten Visum normalerweise am nächsten Tag um 15 Uhr, am Freitag bereits um 13 Uhr. Im Jahr 2011 versuchte die Botschaft, die Pässe noch am gleichen Tag auszugeben. Da die Anfragen simultan und nicht in der Reihenfolge der Abgabe bearbeitet werden ist es nicht nötig, in der Schlange zu drängeln. Informationen und Visavordruck hier (die Seite ist nicht immer leicht aufzurufen): http://www.ambarimrabat.ma/aff_consulaires.html
Vermeiden Sie den Montag, da ist am meisten Betrieb. Die Botschaft bittet darum, nicht die Nacht vorher in den Anwohnerstraßen zu parken, sondern die bewachten Parkplätze in der Nähe zu nutzen. Auch der Wächter der Botschaft kann einen Parkplatz einige 100 m entfernt zeigen, wo man ruhig übernachten kann.
Das Visum für 30 Tage und einfache Einreise kostet 340 Dirham, Preis für 2 Monate und doppelte Einreise 510 DH, 3 Monate und mehrfache Einreise 680 DH. Die Gültigkeit ist ab sofort für 30 Tage und gilt ab dem Tag der Ausstellung, wer also noch einige Zeit in Marokko verbringen will, hat dann in Mauretanien entsprechend weniger als einen Monat. Der Visumsantrag ist fast identisch mit dem von der Botschaft in Berlin. Benötigt werden zwei Passfotos und drei Kopien der Hauptseite des Reisepasses, dies muss zusammen mit dem Reisepass abgegeben werden. Man erhält eine Bescheinigung, dass der Pass dort aufliegt; wichtig für Polizeikontrollen etc.
Visum an der mauretanischen Grenze
Seit Ende 2009 ist an der Grenze kein Visum mehr erhältlich. In Mauretanien ändern sich aufgrund der unsicheren Lage die Einreisebedingungen ständig. Daher sollte man kurz vor der Reise noch einmal das Internet zu Rate ziehen. Aktuelle Infos sind unter folgenden Internet-Seiten abrufbar, dort ist auch das Antragsformular im Download-Center.
www.saharaforum.kohlbach.org
http://www.routard.com/forum/mauritanie/136.htm
Ein Repäsentant vom Camping Baie de Lévrier in Nouadhibou steht an der Grenze für Hilfestellung bereit:
Monsieur Ahmeda, Tel. 4740 3323
Einreise mit eigenem Fahrzeug
Bei Einreise mit dem Fahrzeug sind folgende Dokumente vorzulegen.
Diese 10 Euro werden an der Grenze jedem erlassen, der meine Bücher Reiseführer Mauretanien oder Campingführer Marokko-Mauretanien vorzeigt. Mein Freund Idoumou hat mit dem Minister vereibart, dass allen Inhabern von meinen Büchern an der Grenze die 10 Euro für den Zoll erlassen werden. Um das zu regeln ist es allerdings nötig, zuvor an Idoumou (in Englisch) eine Email zu schreiben und den Besuch anzukündigen. Er kann auch die Einladung schreiben, die bei der Botschaft im Heimatland (noch nicht in Rabat) gefordert wird.
Email
Für LKW wird ein Carnet de Passage verlangt, das bereits vor der Einreise über den Automobilclub besorgt werden muss. Sollte das Fahrzeug in Mauretanien verkauft werden, ist gemeinsam mit dem Käufer bei der Zolldirektion (Direction Générale des Douanes, Services des Enquêtes) in Nouakchott vorzusprechen. Fahrzeugpapiere und Kaufvertrag sind vorzulegen. Der dort ausgestellte Beleg (Quitus) über die erfolgte Entzollung (die Entzollungsgebühr wird normalerweise vom Käufer entrichtet) ist bei der Ausreise vorzulegen. Ohne diesen Beleg sind bei Ausreise ohne Fahrzeug an der Grenze Entzollungsgebühren zu zahlen, sie betragen je nach Fahrzeugtyp um die 3.000 Euro.
Bei Verlust des Fahrzeugs (z.B. durch Unfall, Geländeschaden) sollte unbedingt der nächstgelegene Gendarmerie- oder Polizeiposten zur Aufnahme eines Protokolls aufgesucht werden, da ansonsten bei Ausreise ohne Fahrzeug Entzollungsgebühren entrichtet werden müssen. Dieses Protokoll kann nicht erst in Nouakchott ausgestellt werden!
Versicherung
Da die europäischen Versicherungen keine Haftung für Mauretanien übernehmen ist an der Grenze oder in Nouadhibou eine mauretanische Haftpflichtversicherung abzuschließen. Kosten im Jahr 2007 etwa 7.300 UM für 20 Tage bei einem Fahrzeug mit 141 - 150 PS. Die Berechnung richtet sich nach den PS. Die Gebühren haben sich seitdem kaum verändert. Diese Versicherung verhilft aber nur dazu, bei einem eventuellen Unfall nicht im Gefängnis zu landen. Wenn man dagegen einen unverschuldeten Unfall mit einem anderen Verkehrsteilnehmer hat, ist es fast unmöglich, eine Entschädigung zu bekommen. Dazu ist meist ein Rechtsanwalt und eine Klage notwendig. Und selbst wenn Geld gezahlt wird sind dies nach deutschen Vorstellungen geringe Beträge.
Es gibt allerdings einen Versicherer, der spezielle, auf die Reise begrenzte Versicherungen für Afrika anbietet, die jedoch nicht ganz billig sind:
AXA Versicherung AG/TourInsure GmbH, Herrengraben 5, 20459 Hamburg, Tel. 040 - 25 17 21 50, Fax 040 - 25 17 21 21, www.TourInsure.de
Aus den Informationen von TourInsure:
1. Haftpflichtversicherung mit einer Pauschaldeckungssumme von € 500.000,-- pro Schadenereignis. Versicherungsschutz gilt in allen Ländern Afrikas. Einige Länder verlangen jedoch den Abschluss lokaler Haftpflichtversicherungen. Die Deckungssummen sind meist gering und unzureichend. In diesen Fällen gilt unsere Deckung als Zusatzdeckung zur lokalen Police. Die Haftung beginnt, wenn die lokale Police erschöpft ist.
2. Haftpflicht- und zusätzliche Vollkaskoversicherung mit einem Selbstbehalt von € 2.500,-- bei einem Vollkasko/Teilkaskoschaden. Der Abschluss der Kaskopolice ist nur möglich, wenn das Fahrzeug nicht älter ist als 5 Jahre (gilt nicht für Motorräder).
Einreise mit dem KFZ über die Westsahara:
Über Dakhla in Richtung Nouadhibou
Reisende können nunmehr ohne militärische Begleitung die Westsahara durchqueren. Die Einreise über Bir Moghrein und Algerien ist nicht möglich.
Grenzformalitäten
Marokkanischer Grenzposten
Direkt vor der marokkanischen Grenze ist eine Tankstelle, der Sprit ist dort billiger als in Mauretanien.
Der Grenzposten liegt bei GPS N21 21.835 W16 57.638. Öffnungszeiten 9 bis 19 Uhr, im Ramadan verkürzte Zeiten. Allerdings wird morgens oft etwas später angefangen und es erweist sich als besser, erst am Nachmittag an der Grenze zu sein.
Zunächst den Wagen abstellen und mit den Papieren zum mit "Police" bezeichneten Büro gehen. Ausländer müssen dort eine Ausreisekarte ausfüllen, man wird sodann namentlich aufgerufen und erhält den Pass zurück. Dann schaut sich ein Zollbeamter das Fahrzeug an, verlangt Pass, Fahrzeugschein und den grünen Zettel, den man bei der Einreise bekommen hat. Dies alles muss vom Inspektor abgestempelt werden, was etwas dauern kann, da man zunächst telefonisch rückfragt, ob das Fahrzeug evtl. gestohlen ist. Doch sind alle Beamten sehr nett. Man erhält eine Kopie des Fahrzeugzettels zurück. Die Ausfuhr von Dirham ist bis 1.000 DH erlaubt. Es ist ganz nützlich, wenn man auf der Rückfahrt Dirham zum Tanken zur Verfügung hat. Wenn alles erledigt ist, darf man losfahren, wird aber dann am Ausgang nochmals von der Gendarmerie befragt. Das Büro liegt hinter einer Maueröffnung.
Nach Passieren des letzten marokkanischen Grenzpostens vor Einreise nach Mauretanien folgt ein ca. 4 km breiter Streifen Niemandsland. Die gut erkennbare Spur darf nicht verlassen werden, denn auch hier können noch Minen sein, immer den frischen Spuren folgen. Die Piste ist zwar ziemlich steinig, aber dennoch auch für PKW und Wohnmobile zu schaffen, wenn man langsam fährt. Punkt auf Piste im Niemandsland N21 20.973 W16 57.287. Unzählige Schrottautos wurden hier abgestellt.
Danach erreicht man den mauretanischen Grenzposten, welcher täglich bis zum Sonnenuntergang besetzt ist.
Mauretanischer Grenzposten
Der Posten liegt bei GPS N21 20.020, W16 56.810. Zunächst bekommt man einen Platz bei der Gendarmerie zugewiesen, dort wird das Fahrzeug sehr gründlich durchsucht. Ganz neu gibt es nun auch einen Scanner für LKW. Die Einfuhr von Alkohol ist zwar verboten, Touristen wird eine kleine Menge jedoch gestattet (in meinem Fall hatte ich zwei Flaschen Wein dabei). Wenn der durchsuchende Beamte die Flaschen beschlagnahmen will wenden Sie sich an den Chef. Nur hier wurde nach einem Geschenk gefragt.
Danach Kontrolle der Pässe und Eintragung der Daten in ein Buch. Man gibt die Pässe dem wartenden Soldaten und wird dann hereingerufen. Weiter geht es zur Douane, dort wird eine Ehrenerklärung (Engagement sur Honneur) abgegeben, dass man sein Fahrzeug nicht verkaufen wird. Das kostet 10 Euro oder 100 Dirham. Diese Bescheinigung gut aufheben, sie wird oft verlangt.
Es folgen mehrere Hütten und ein Wohnwagen des Tourismusministeriums. Beim Wohnwagen links ist das Bureau de Change, dort kann man Geld für den ersten Bedarf wechseln. Der Wechselkurs an der Grenze ist allerdings ca. 10 % schlechter als im Landesinnern. Man sollte nur an der Grenze tauschen, wenn man nicht nach Nouadhibou, sondern direkt weiter nach Nouakchott will. Dann zur kleinen Hütte mit dem Versicherungsbüro. Dort ist die Kfz-Versicherung jedoch viel teurer, es ist besser, das erst in Nouadhibou zu erledigen. Die Versicherung für einen Bus/Pkw in Mauretanien sollte nicht mehr als 20 - 25 Euro (circa 7.500 UM) kosten. Das Büro am Grenzposten verlangt fast das Doppelte und behält eine Kommission ein. Die Versicherung für einen Pickup mit 143 PS (danach wird die Prämie berechnet) hat in Nouadhibou im Jahr 2007 7.272 UM gekostet.
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